Ausschüttend oder Thesaurisierend? – Was bedeutet das für deinen ETF und welche Variante passt zu dir?

In der ETF-Welt hören wir oft von zwei Begriffen: ausschüttend und thesaurisierend. Viele Anleger – vor allem Finanzanfänger – fragen sich, was diese Unterschiede konkret bedeuten und welche Variante zu ihrer Anlagestrategie passt. In diesem Beitrag erkläre ich dir die beiden Varianten, zeige meine persönliche Präferenz auf und beleuchte die Besonderheiten wie die Vorabpauschale bei thesaurisierenden ETFs. Für weiterführende Informationen zur ETF-Auswahl findest du auch meinen Leitfaden zum richtigen ETF verlinkt.

1. Was bedeuten ausschüttend und thesaurisierend?

Ausschüttend:
Bei einem ausschüttenden ETF werden die erwirtschafteten Dividenden regelmäßig an die Anleger ausgezahlt. Das heißt, du erhältst von Zeit zu Zeit eine Barauszahlung, was für viele Anleger einen positiven, psychologischen Effekt hat – es fühlt sich greifbar an, einen Gewinn zu erhalten.

Thesaurisierend:
Thesaurisierende ETFs hingegen legen die Erträge automatisch wieder an, anstatt sie auszuschütten. Dadurch profitierst du vom Zinseszinseffekt, da deine Gewinne direkt in den Fonds reinvestiert werden. Allerdings greifst du nicht direkt auf regelmäßige Auszahlungen zurück – stattdessen wird dein Vermögen still und stetig aufgebaut.

2. Meine persönliche Präferenz: Ausschüttend – ein Placebo-Effekt?

Ich persönlich tendiere zu ausschüttenden ETFs. Warum?
Der regelmäßige Erhalt von Dividenden sorgt für ein angenehmes Gefühl der Liquidität und gibt mir das Gefühl, tatsächlich „Geld in der Tasche zu haben“. Dieser psychologische Effekt kann motivierend wirken, auch wenn er rein emotionaler Natur ist. Studien und Erfahrungsberichte deuten darauf hin, dass dieser Effekt oft als Placebo empfunden wird – denn letztlich zählt langfristig der Zinseszinseffekt, den thesaurierende ETFs bieten.

Das heißt aber nicht, dass thesaurisierende Varianten schlechter sind. Sie haben den Vorteil, dass die Erträge automatisch wieder investiert werden und so langfristig ein stärkerer Vermögensaufbau möglich ist.

3. Wichtiger Hinweis: Die Vorabpauschale bei thesaurisierenden ETFs

Ein Aspekt, der häufig bei thesaurierenden ETFs übersehen wird, ist die Vorabpauschale.
Diese Steuer wird auf den theoretischen Ertrag erhoben, auch wenn keine tatsächliche Auszahlung erfolgt. Das kann dazu führen, dass du als Anleger Steuern zahlst, bevor deine Gewinne wirklich realisiert werden. Es ist wichtig, diesen Punkt in deiner Anlagestrategie zu berücksichtigen, vor allem, wenn du planst, langfristig in thesaurierende ETFs zu investieren.

4. Fazit: Welche Variante ist die richtige für dich?

  • Ausschüttend:

    • Vorteil: Regelmäßige Auszahlungen, die ein greifbares Gefühl von Gewinn vermitteln.

    • Nachteil: Möglicherweise verpasst du den vollen Zinseszinseffekt, da Erträge nicht reinvestiert werden.

  • Thesaurisierend:

    • Vorteil: Automatische Reinvestition fördert den langfristigen Vermögensaufbau.

    • Nachteil: Die Vorabpauschale kann steuerliche Auswirkungen haben, und du erhältst keine regelmäßigen Barauszahlungen.

Letztlich hängt die Entscheidung von deinen persönlichen Zielen und deiner Anlagestrategie ab. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile – und was für den einen funktioniert, muss nicht zwangsläufig für den anderen ideal sein. Wenn du mehr über die ETF-Auswahl erfahren möchtest, empfehle ich dir auch meinen Beitrag Wie wähle ich den richtigen ETF?.


Mit diesem Überblick solltest du besser einschätzen können, welche Variante – ausschüttend oder thesaurisierend – am besten zu dir passt. Falls du weitere Fragen hast, schreib sie gerne in die Kommentare oder kontaktiere mich direkt. Viel Erfolg auf deinem Weg zu einer erfolgreichen Finanzzukunft!

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